Kleidung

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Textilfunde in ganzen Stücken sind meist Ausnahmen. Meist ist man den Interpretationen der jeweiligen Archäologen unterlegen bzw. der Tatsache ob Sekundärquellen, Textquellen vorhanden sind oder möglicherweise weitere Interpretationen dieser.

Grundlegender Teil der weiblichen Bekleidung bildete die Soroshka (Hemd), meist knöchellang mit überlangen Ärmeln und meist aus Leinen. Darüber wurde eine weitere Rubakha/Soroshka getragen, welche meist mit einer Panova (Wickelschürze) oder einem Navershnik (Tunika) kombiniert wurde. Wie auch die Männer trugen Frauen Chuloks (Socken) oder / und Onuchi (Beinwickel). Da es bislang keinerlei Lederfunde im Bereich der Hüfte gibt, wird davon ausgegangen dass Frau entweder ungegürtet ging, was auch im Sinne des Pagan-Glaubens begründet wäre oder aber mit Gaschnik (Textilgürtel), welche sich aber über die Zeit nicht konserviert haben. Möglichkeiten der Fertigung waren Bänder der Leinwandbindung, Branie oder Naalbinding. Kopfbedeckungen waren für verheiratete Frauen zwingend. So steht in den Gramoty Velokogo Novgoroda i Pskovi  aus Nowgorod als Strafe dessen, der einer Frau in der Öffentlichkeit das Haar entblösste, eine zweifach höhere Strafe als die der Beschädigung eines Mantels. Auch im häuslichen Bereich wurde das Kopftuch nicht abgelegt. Lediglich unverheiraten Mädchen war es erlaubt unbedeckt zu bleiben. Dem Pagan-Glauben nach, hatte das offene Haar gefährliche Anziehungskraft und musste zum Schutz für Frau als auch Mann bedeckt werden. Auch die traditionellen Reliquienkästchen zeigen einen ähnlichen Hintergrund auf. Im ländlichen Bereich wurden einfach geschnittene Kopftücher getragen die das gesamte Haar bedeckten, im städtischen Bereich, je nach Status auch der Povoy / Ubrus, welcher über eine Schulter herabhing und durchaus eine Länge von zwei Metern erreichen konnte. Erste Kappen und Mützen wie Povoinik und Kika wurden hergestellt. Zum Schutz gegen Kälte wurden Karsno (Umhang), Svita (Schlupfmantel) oder gefütterte Kleider getragen.

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Mann trug ebenfalls Soroshka und darüber eine kragenlose Rubakha. Eine gerade knöchellange nicht weit geschnittene Porta (Hose) komplettierte das Ganze, an den Waden durch Onuchi oder Chuloks so verengt dass optisch die Wirkung einer gebauschten Hose entstand. Mehrere Gürtel übereinander und teilweise auch über jedem Kleidungsstück wurden je nach Status und Funktion getragen. Eine Rubakha ohne den 1,5 bis 2 cm breiten Gürtel zu tragen galt als unschicklich. Darüber wurde eine Svita, Kaftan oder ein speziell geschlossener Korzna (Umhang), wieder je nach Status verwendet. Auch Mann legte Wert auf Kopfbedeckung, an dieser Stelle sei nur die Klobuk (Filzmütze) erwähnt. An Schuhen trug man im Falle der einfachen Bevölkerung archaische Lapti aus Linden- oder Birkenrinde, welche in Heimarbeit mit speziellen Werkzeugen angefertigt wurden. Je nach Herkunft hatten diese ihr Aussehen. Teilweise wurden sie auch aus / mit Leder hergestellt. Die Lebensdauer war entsprechend kurz. Weiteres simples Schuhwerk waren die Porshni armer Städter oder Bauern, aus einem Stück gefertigt, oft ungegerbt und geflickt. Des Weiteren wurden Bashmaki (Halbschuhe) aus Kwas-gegerbtem Leder getragen, die auch verziert sein konnten. Sapogi (Stiefel) wurden ausschliesslich von Wohlhabenderen getragen und agierten als Statusobjekt. Haare waren gepflegt und der Bart frisiert.

Es sei vorab jedem gesagt, dass sich hier kein Kitguide vorfindet oder potentielle Schnittmuster sondern dass wir lediglich einen Einblick in das von uns Dargestellte geben wollen. Jegliche Kopierung anhand von Fotos oder Textquellen ist damit hinlänglich und nicht empfehlenswert! Alle Daten die älter als 3 Monate sind gelten hiermit als veraltet! Nachahmung ist deshalb nicht nur sinnlos!