Reitutensilien

Bild Zaumzeug
Quelle: СНАРЯЖЕНИЕ ВСАДНИКА И
ВЕРХОВОГО КОНЯ НА РУСИ IX – XIII BB., 1973

Da die Kiever Rus und speziell die hohe Druzina für ihre Reiterkrieger bekannt war sollen hier kurz die Bestandteile der Pferde-Ausrüstung eines Druzzinik aufgeführt werden. Sättel der damaligen Kiever Periode sind am ehesten mit traditionellen spanischen Sätteln zu vergleichen. Sie weisen eine Gabel-Seitenbrett-Struktur auf, bei der vordere und hintere Gabel (Vorder- und Hinterzwiesel) aus nahezu senkrecht aufgerichteten reichlich verzierten Holzplatten (beschnitzt) bestehen. Die Sattelkammer wird aus den hölzernen Seitenbrettern (Sattelblättern) gebildet, deren Winkel ca. 110° zur vorderen und hinteren Gabel beträgt. Der Sattel liegt flächig auf dem Pferderücken auf, daher ist eine Satteldecke (polsternd) stark anzunehmen. Steigbügel wurden mit breiten Lederriemen (ca. 20-30mm breit) direkt an Durchbrüchen oder Vertiefungen an den Seitenbrettern befestigt. Die Sitzfläche wurde aus einem Stück Leder oder Rohhaut gebildet welches an der vorderen und hinteren Gabel befestigt war. Das Zaumzeug aus Lederriemen (Stärke von ca. ± 10mm) bestand aus unbeschlagenen Kehlriemen, beschlagenem Genickstück, beschlagenem Nasenriemen und beschlagenem Backenstück, was direkt in der Trense oder aber an einem Knebel enden konnte. Pferdegebisse waren einfach gebrochen und recht scharf und weisen einen runden oder viereckigen Querschnitt auf. Das gebrochene Gebiss wurde zur Verbindung an den Enden zusammengebogen. Sehr selten gab es auch ungebrochene und doppelt gebrochene Gebisse. Das Gebiss (Eisen) konnte in einen Ring oder einen sehr reich verzierten Knebel aus Eisen, Bronze oder auch Knochen enden und wies eine Länge von ca. 125 mm bis ca. 175 mm auf. Die geschlossenen Zügel waren ebenfalls ± 10 mm stark aber nicht beschlagen oder verziert.

Es sei vorab jedem gesagt, dass sich hier kein Kitguide vorfindet oder potentielle Schnittmuster sondern dass wir lediglich einen Einblick in das von uns Dargestellte geben wollen. Jegliche Kopierung anhand von Fotos oder Textquellen ist damit hinlänglich und nicht empfehlenswert! Alle Daten die älter als 3 Monate sind gelten hiermit als veraltet! Nachahmung ist deshalb nicht nur sinnlos!