Textilien

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Zu allererst ist es wichtig, sich mit den verwendeten Textilien zu beschäftigen. Genutzte Materialien waren vor allem Schafwolle (aber vor paläozoologischem bzw. phytogenetischen Hintergrund) und Flachs. Auf seltener verwandte Textilien wird an dieser Stelle nicht eingegangen.

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Lokale Wolle war verfügbar, einfach zu verarbeiten und hatte gegenüber Wärme als auch Kälte isolierenden Effekt. Leinen war armen Bevölkerungsschichten vorenthalten, der Fertigungsprozess schwieriger und langwieriger. In ungebleichter Form wurde es von einfachen Bürgern getragen, in gebleichter Form und dann auch unter anderem  Namen wurde es von Fürsten und sehr Wohlhabenden getragen. Mit speziellen Scheren wurde die Wolle gewonnen und anschliessend kardiert. Gesponnen wurden die produzierten Fasern im Heimbetrieb unabhängig von der sozialen Stellung. Neben der Technik der Handflächen wurde mit der Vereteno (Handspindel) gearbeitet. Diese hatte beschriftete oder mit Kennzeichen versehene tönerne Wirtel. Anschliessend wurde das gesponnene Material gefärbt und / oder verwebt. Gefärbt wurde je nach finanziellen Mitteln und Status. Die produzierten Garne waren sehr farbenfroh, bevorzugte Farbe war rot, insofern möglich, was auch in den vielen Namensvariationen für Rottöne zu erkennen ist. Verwendet bild_textilien3wurden meist Färbedrogen verfügbarer anbaubarer Pflanzen. Das Weben erfolgte entweder auf horizontalen oder vertikalen Webstühlen. Übliche Stoffbreiten waren 32 - 60 cm, in Einzelfällen sind aber auch andere Formate bekannt. Es sind diverse Webarten und Strukturen bekannt, die auch mit unterschiedlich farbigen Garnen durchgeführt wurden. Des Weiteren sind auch Mischstoffe bekannt, die mit der Zeit immer raffinierter und mit wertvolleren Materialien gefertigt wurden (nicht im 10. Jahrhundert, aber durchaus nennenswert: Axamit). Nach der Produktion des Stoffes wurde dieser zu Kleidungsstücken verarbeitet wobei der funktionelle Zuschnitt eine wichtige Rolle spielte, da Gewebe an sich wertvoll war. Dabei wurde nach festgelegten Schnittmustern vorgegangen, was sicherlich eine Folgewirkung der maximalen Stoffausnutzung als auch vermittelter Traditionen bild_textilien4und Trachten war. Es sind verschiedene Nähte bekannt; als Wichtigste wird die Kappnaht erwähnt, die nicht nur die Stücke aneinander fixiert sondern auch die Stoffkanten versäubert, was gegen eine schnelle Auflösung des Kleidungsstückes wirkt.

Genäht wurde mit entsprechend hergestelltem Garn. Die Verzierung der Stoffe bzw. fertiggestellter Kleidungsstücke entwickelte sich in Form von Stickereien aus Symbolen, simplen geometrischen Mustern und Pflanzenformen.

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Je nach Geschlecht, Status und Herkunft variierten die eingesetzten Farben und Formen, die wie auch der Schmuck gewissen Traditionen und Normen unterworfen waren. Man kann in diesem Zusammenhang ohne zu zögern von regionalen Trachten reden. Die Kleidung des Mannes war allgemein weniger und auch mit anderen Mustern verziert als die der Frauen, deren Symbolik im Pagan-Glauben eine wichtige Rolle zugeschrieben wird.

Es sei vorab jedem gesagt, dass sich hier kein Kitguide vorfindet oder potentielle Schnittmuster sondern dass wir lediglich einen Einblick in das von uns Dargestellte geben wollen. Jegliche Kopierung anhand von Fotos oder Textquellen ist damit hinlänglich und nicht empfehlenswert! Alle Daten die älter als 3 Monate sind gelten hiermit als veraltet! Nachahmung ist deshalb nicht nur sinnlos!